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Naturschutz-Informationen aus dem GreenTime-Archiv |
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| 25.07.2010 |
Aktuelles & Termine - Naturschutz-Infos - Kuh-Geschichten - IRH Wettenberg - Sonstiges |
Ausflug-Tipps Kraniche an der vorpommerschen Boddenküste Mauersegler-Kasten, nierenförmig, nach R. Engel 40 Jahre Nisthöhlenkontrolle im Launsbacher Wald Steinkauz-Röhre mit Marderschutz nach R. Engel Schleiereulen in Krofdorf-Gleiberg Schwalbenhaus www.schwalbenschutz.de
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Schwalbenschutz in Krofdorf-Gleiberg Navigation: Vorwort - Kontaktadressen - Schwalbenschutz & Flurneuordnung - www.schwalbenschutz.de Bericht "1. Krofdorfer Schwalbentag" - Kleine aber wichtige Beiträge zum Schwalbenschutz Brutdaten Krofdorf-Gl. - 10 Jahre Schwalbenhaus Krofdorf-Gl. - Anfahrt Schwalbenhaus Krofdorf-Gl. - Fotos Vorwort: Ein Schwalbenhaus ist nur die "Kür"...
...die Pflege von vorhandenen
Nestern und das Werben um Akzeptanz bei den Hausbesitzern ist die Pflicht!
Bitte stellen Sie kein Schwalbenhaus auf, um ein Prestige-Objekt zu
haben. Denn ohne bestimmte Vorraussetzungen und der weiteren Pflege
des vorhandenen Schwalbenbestandes und eines besetzten Schwalbenhauses
lässt sich eine Population nicht retten.
Kontaktadressen:
Im Internet:
Bezug von Schwalbenhäusern,
Informationsmaterial, Baubuch etc.:
Informationen, Dorferneuerung,
Baupläne:
Kontakte NABU Krofdorf-Gleiberg:
Prof.
Dr. Hans-R. Wegener, Tel. 0641 / 980 336 E-Mail: hans-r.wegener [a]
umwelt.uni-giessen.de
Schwalbenschutz in der Flurneuordung
In Zusammenarbeit mit dem Hess.
Landesvermessungsamt hat die Fa. Agrofor die Broschüre "Eine
Schwalbe macht noch keinen Sommer - Möglichkeiten des Schwalbenschutzes
in der Flurneuordnung" erstellt (Erste Auflage bereits vergriffen, zweite
Auflage sowie Bau-Buch in Beabreitung, Adressen siehe oben). Die Inhalte
und weitere Kontaktadressen unter www.schwalbenschutz.de
Nachbericht zum Krofdorfer Schwalbentag (18.05.2005): „Mehlschwalbenschutz mit Erfolg!“ Kreis Gießen/Wettenberg (tma). Mehrmals im Jahr kommen die Naturschutzbund-Gruppen und die Vogelschutzbeauftragten unter Federführung des NABU-Kreisverbandes Gießen an wechselnden Orten zusammen. Das jüngste Treffen fand in Zusammenarbeit mit dem NABU Krofdorf-Gleiberg zum Thema Schwalbenschutz am vergangenen Samstag statt. Eingeladen zu dem Erfahrungsaustausch waren auch die Betreuer von Schwalbenhäusern aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus. Auf dem Programm stand eine Exkursion durch den Ort, in dem im vergangenen Jahr 294 besetzte Mehlschwalbennester gezählt wurden. Anschließend wurden wichtige Punkte eines erfolgreichen Mehlschwalbenschutzes in einem Kurzvortrag vertieft. Alle Tipps und Tricks sowie wissenswertes über die Schwalbenhäuser sind zudem in einer neuen Ausgabe der Vereinsbroschüre „ZilpZalp“ nachzulesen. Das „A und O“ einer nachhaltigen Sicherung des Mehlschwalbenbestandes sei die Aufklärungsarbeit, hieß es im Vortrag von Oliver Wegener. Mehlschwalben bauen ihre Lehmnester an Hauswände, und sind wegen ihrer Hinterlassenschaften bei vielen Hausbesitzern nicht gern gesehen. Vogelschützer sollten aktiv auf die Hausbesitzer zu gehen, sie beraten und mit Anbringen von Kotbrettern und Kunstnestern unterstützen. Zudem sei eine genaue Bestandsaufnahme der vorhandenen und besetzten Schwalbennester hilfreich. Aufgrund dieser Daten könnten gute Standorte gezielt gesichert und mit künstlichen Nestern ergänzt werden. Zu guter Letzt könne ein Schwalbenhaus als dauerhaft sicherer Koloniestandort aufgebaut werden. Einer solchen Maßnahme müsste jedoch eine genaue Beratung und Standortprüfung voraus gehen, damit das Vorhaben Erfolg hat. Es gebe einerseits Beispiele, wo ein Schwalbenhaus gleich nach der Aufstellung angenommen wurde, doch leider warten noch viele der künstlichen Mehlschwalbenkolonien auf ihre gefiederten Bewohner, berichtete der Agraringenieur. Die dem Krofdorfer bislang bekannten Standorte sind unter www.schwalbenschutz.de im Internet einzusehen. Zuvor führten Reinhold Stork und Oliver Wegener die Teilnehmer in zwei Gruppen zu den beiden Krofdorfer Schwalbenhäusern. Auf dem Weg wurden auch kleinere Maßnahmen, wie das fachgerechte Anbringen von Kotbrettern und Kunstnestern erörtert. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten Hans-Erich Wissner, Vorsitzender des NABU-Kreisverbands, und Hans-Richard Wegener, Vorsitzender der Krofdorfer NABU-Gruppe, die Anwesenden und zeigten sich erfreut, dass das Thema des Schwalbenschutzes so vielen am Herzen liege. Wegener richtete seinen Dank an alle, die den Schutz von Mehl- und Rauchschwalben sowie Mauerseglern unterstützen, so unter anderem auch die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformatik. „Es wäre schön, wenn die Gedanken im Sinne eines nachhaltigen Natur- und Umweltschutzes weiter getragen würden.“ Bürgermeister Gerhard Schmidt erinnerte sich in seinem Grußwort an die 50er Jahre, wo noch in fast jedem Haus ein Viehbestand vorhanden war: „Die Schwalben gehörten einfach dazu.“ Der NABU Krofdorf-Gleiberg habe auch den Schwalbenschutz über 40 Jahre konsequent umgesetzt. Bei Problemen, beispielsweise als es hygienische Bedenken über den Vogelkot unter dem Schwalbenhaus auf dem Spielplatz Schieferstraße gab, zogen Gemeinde und Naturschutz an einem Strang. Unter den Gästen weilten auch Hans Karpenstein, Vorsitzender der Gemeindevertretung, Michael Krick, Wettenbergs Umweltbeauftragter, Karl Herrmann, Kreisbeauftragter für Vogelschutz.
Aus ZilpZalp 2005/2: Kleine, aber wichtige Beiträge zum Schwalbenschutz Um den Mehlschwalbenbestand in einem Ort zu sichern ist es nicht allein damit getan, ein Schwalbenhaus aufzustellen. Sehr wichtig sind gezielte kleinere Maßnahmen, mit denen der Brutbestand nachhaltig gesichert werden kann. Von den knapp 300 Mehlschwalbenpaaren in Krofdorf-Gleiberg brütet schließlich „nur“ 1/5 des Bestandes im Schwalbenhaus, der Rest hat seine Nester an privaten und öffentlichen Gebäuden. 1. Bestandsaufnahme Wird festgestellt oder vermutet, dass der Mehlschwalbenbestand in einem Ort sinkt oder nur noch sehr gering ist, sollte zunächst eine genaue Bestandsaufnahme durchgeführt werden: Wo sind wie viele Nester? Sind es Kunst- oder Naturnester? Wie ist der Zustand der Nester (bspw. beschädigte Naturnester; Kotbretter zu dicht unter dem Nest usw.)? Und: Wie viele Nester sind besetzt? Es empfiehlt sich, jedes Haus mit Schwalbennestern mit Straßenname, Hausnummer und Anzahl der Natur- und Kunstnester aufzulisten. Gegebenenfalls auch vermerken, ob sich die Nester auf der von der Straße abgewandten Hausseite befinden. In eine erstmalige Erfassung am besten die Bevölkerung mit einbinden: Durch Artikel in Tageszeitung und Gemeindeblatt über das Vorhaben informieren und Standorte von Schwalbennestern melden lassen. Ist die Liste ersteinmal fertig, erleichtert das im Sommer die Arbeit wesentlich. Eine günstige Jahreszeit für die Schwalbenzählung ist die zweite Julihälfte, weil dann an den besetzten Nestern Fütterungsbetrieb herrscht und sie an Kotspuren leichter zu erkennen sind. Zählen Sie also alle besetzten Nester, nehmen Sie eventuell neu gebaute oder neu „entdeckte“ Nester in die Liste auf. So erhalten Sie einen Überblick über den tatsächlichen Schwalbenbestand, jährlich gezählt ergeben sich genaue Trendaussagen über die Entwicklung des Bestandes. Das gleiche gilt übrigens auch für Rauchschwalben! 2. Besetzte Standorte sichern Aus Ihrer Bestandsaufnahme geht nun hervor, wo wie viele und welche Nester besetzt sind. Prüfen Sie die besetzten Standorte: Sind alle Nester am Haus besetzt? Wenn nicht, kann dies verschiedene Gründe haben: Beschädigte Nester, falsche Anbringung von Kunstnestern, falsche Anbringung von Kotbrettern oder im Nest liegende tote Jungvögel. In Absprache mit dem jeweiligen Hausbesitzer sollten nun während der Abwesenheit der Schwalben entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Kunstnester können abgenommen und gereinigt, beschädigte Naturnester durch Kunstnester ersetzt und Kotbretter fachgerecht angebracht werden. Möglicherweise erlaubt es der Hausbesitzer oder auch dessen Nachbarn, weitere Nester aufzuhängen. Sind auf diese Weise zunächst die Standorte mit dem höchsten Besatz gesichert, können Sie in den nächsten Jahren nach und nach die weiteren Schwalbennester „renovieren“ oder auch neue Standorte schaffen. Gerade öffentliche Gebäude – Gemeindeverwaltungen, Schulen, Bürgerhäuser, Trafohäuser – können langfristig sichere Standorte für Schwalbennester sein. Beim Anbringen der Nester gleich ein durchgehendes Kotbrett montieren. Das Vorhaben sollte natürlich mit der jeweiligen Kommune, Schule o.ä. abgesprochen sein und kann auch durch Presseartikel begleitet werden. Geht es an der Hauswand „hoch hinaus“ können Sie auch die örtliche Feuerwehr um Unterstützung bitten. Bei Rauchschwalben gibt es einige andere Vorraussetzungen. Diese Art brütet bekanntlich in Gebäuden und ist kein so ausgeprägter Koloniebrüter wie die Mehlschwalbe. Grundsätzlich gilt auch hier, die Standorte durch Pflege der vorhandenen und Anbringung von neuen Nestern zu unterstützen. Rauchschwalbennester sollten nicht direkt nebeneinander angebracht werden – eher sogar außerhalb der Sichtweite voneinander, also beispielsweise mit einem Balken oder Pfosten dazwischen. Rauchschwalbennester direkt unter der Decke (möglichst zugfrei und an hellen Wänden/Decken) anbringen. Auf Kotbretter sollte man wenn möglich verzichten, da gerade in Ställen die Gefahr groß ist, dass Katzen oder Marder sich darauf setzen und das Nest ausnehmen können. 3. Service-Maßnahmen In Krofdorf-Gleiberg gehört es zum Service des NABU, Kotbretter anzubringen, wenn ein Hausbesitzer danach fragt. Bei solchen Gelegenheiten werden wenn möglich immer ein bis zwei Kunstnester dazu gehängt. Falls Sie dies nicht leisten können, sollten Sie auf jeden Fall beratend zur Seite stehen. Ein Kotbrett sollte mindestens 60 Zentimeter unter einem Mehlschwalbennest angebracht werden. Günstig ist eine Tiefe von 20-30 Zentimetern. Das Brett sollte leicht von der Hauswand abfallend geneigt sein. Aus optischen Gründen empfiehlt sich natürlich ein Anstrich in der Farbe des Hauses. Wenn die Schwalben ihr Brutgeschäft vollendet haben und im Winterquartier sind, hat man Gelegenheit, den Kot von den Kotbrettern zu entfernen. Eine Teleskopstange mit einem abgewinkelten Schieber am Ende ist dazu ein ebenso einfaches wie geniales Hilfsmittel. Den Kotkegel frühzeitig zu entfernen hat zwei Vorteile: Es verbessert wiederum die Optik den Winter über, im Sommer hat man es leichter beim Zählen, da die „Kegel“ auf den Brettern neu sind. Zudem ist der Vogelkot gut als Pflanzendünger geeignet. Wenn nötig, ergreifen wir auch Vergrämungsmaßnahmen. In einem Fall bauten die Schwalben ein neues Nest über einem Balkon, wo auch ein Kotbrett nur wenig Abhilfe geschaffen hätte. In den Wintermonaten wurde es entfernt und es wurden am Dachsims zwischen den Sparren zugeschnittene Plexiglasplatten angeschraubt. Diese sind zum einen quasi unsichtbar, zum anderen glatt genug, dass dort kein neues Nest gebaut wird. Als Gegenleistung wurden mehrere Kunstnester mit Kotbrett an einer anderen Stelle am selben Haus montiert. 4. Aufklärungsarbeit Das A und O eines erfolgreichen Schwalbenschutzes ist die Aufklärungsarbeit. Insbesondere sind die Hausbesitzer einzubeziehen, die bereits Schwalbennester an oder in ihren Gebäuden haben. Gerade die Vorhandenen Nester müssen zunächst gesichert werden und sollten nicht dem Ordnungswahn oder einem neuen Hausanstrich zum Opfer fallen. Klären Sie regelmäßig öffentlich in der Tageszeitung oder im Gemeindeblatt über die Situation der Schwalben und Ihr Vorhaben auf: Steter Tropfen höhlt den Stein!
NABU Krofdorf bilanziert gutes Schwalbenjahr Wettenberg (25.7.10). Nach der Schwalbenzählung am vergangenen Sonntag können die Aktiven des NABU Krofdorf-Gleiberg wieder ein äußerst gutes Ergebnis vermelden: Mit 408 besetzten Nestern wurde damit der bisherige Höchststand der Population im Jahr 2007 erreicht. Auch die Rauchschwalbe wurde erfasst, mit 15 Brutpaaren eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahr. Erfasst werden jeweils die besetzten Nester, die man etwa mit der Anzahl der Brutpaare gleichsetzen kann. Zu den Zählern gehörten Horst Pfaff, Reinhard Eckhard, Reinhold Stork, Hans Karpenstein, Günther Stork, Oliver Wegener und Tim Mattern. Sah es noch kurz nach der Ankunft der Schwalben in den heimischen Gefilden nach eher ungünstigen Vorraussetzungen für ein gutes Schwalbenjahr aus, konnte diese erste Einschätzung nun revidiert werden. Die kühle und feuchte Witterung im Mai führte dazu, dass die Schwalben manchmal tagelang aus den Dörfern abzogen, um in großen Auengebieten Nahrung zu suchen. „Die Schwalben ernähren sich nur von fliegenden Insekten, davon gibt es bei schlechtem Wetter manchmal nicht genug“, erklärte Reinhold Stork. „402 Brutpaare – das heißt es fliegen mindestens rund 800 Altvögel über Krofdorf. Dazu kann man für die erste Brut je Paar durchschnittlich vier Jungvögel rechnen, so dass etwa 2400 Mehlschwalben derzeit am heimischen Himmel jagen“, rechnete er vor. „Man stelle sich vor, wie viele Mücken, Fliegen und andere Insekten die Vögel fressen.“ Die starke Hitze und Trockenheit der letzten Wochen führte zu einem eher unschönen Phänomen: Durstige Jungvögel klettern aus den Nestern und fallen herab. „Dies betrifft sowohl die Mehlschwalben, als auch die Mauersegler.“ Seien die Jungvögel unverletzt und die Nester erreichbar, könne man sie wieder in ihre Kinderstuben zurücksetzen. Ohnehin überlebe auch ohne Hitzeeinwirkung nur ein recht kleiner Anteil der Jungvögel, denn die Reise ins afrikanische Winterquartier sei gefahrvoll. Auch natürliche Verluste im Brutgebiet könnten gesunde Populationen wie die im Gleiberger Land durchaus verkraften. So sei ein schöner Nebeneffekt dieser Artenschutzmaßnahme das Vorkommen des seltenen Baumfalkes. Der Greifvogel ernährt sich von Großinsekten und Kleinvögeln. In Krofdorf habe er sich seit Jahren auf die Schwalben spezialisiert. „Den Baumfalken zu beobachten ist ein rasantes Schauspiel“, sagte Stork. Erkennbar sei das Auftauchen des Falken an den Alarmrufen der Mehlschwalben gefolgt von Stille. „Üblicherweise hört man den ganzen Tag das Gewisper der Schwalben über dem Dorf. Taucht aber der Baumfalke auf, bilden sie einen dichteren Schwarm und fliegen sehr hoch. Sie versuchen über ihrem Feind zu bleiben, denn von unten kann er sie nicht fangen.“ Die erfassten Mehlschwalben-Brutpaare (BP) verteilen sich auf die beiden Schwalbenhäuser in der Schieferstraße (hier 76 BP) und in der Fohnbachstraße (erstmals 45 BP) sowie die Ortslage (287 BP). Der hohe Bestand ist den intensiven Schutzmaßnahmen zu verdanken, die der NABU durchführt, alle voran „Schwalbenvater“ Stork. So gehört das Anbringen und die Pflege von künstlichen Nestern zu den wichtigsten Maßnahmen - insbesondere dort, wo in die Jahre gekommene Naturnester mürbe werden und herunter fallen. Verschmutzungen der Hauswand wird durch Anbringen von Kotbrettern vorgebeugt und diese als Dienstleistung auch per Teleskopstange gereinigt. Mit 121 Schwalbenpaaren im Dorf brütet knapp die Hälfte des Bestands in künstlichen Nestern. Seit Beginn der Zählungen im Jahr 1961 und dem ersten Anbringen von Nisthilfen ist der Bestand fast kontinuierlich gestiegen. Anfangs fand die Zählung nicht jährlich statt. 1999 stieg der Bestand erstmals über 200 BP, bereits sechs Jahre später wurde die 300 überschritten. Die Population ist mit gewissen jährlichen Schwankungen auf hohem Niveau zwischen 300 und 400 Paaren stabil. Aktuell wurde zum zweiten Mal die „Schallgrenze“ 400 überschritten. Sorgenkind ist jedoch die Rauchschwalbe, die noch weniger Brutmöglichkeiten findet, da sie nur im Inneren von Gebäuden brütet. In den Achtziger Jahren wurde ein Bestand von rund 60 BP festgestellt, jährlich gezählt wird wieder seit 1999. Damals waren es noch über 30 BP, seit 2005 sank der Bestand auf 13 BP in den beiden Vorjahren. Hier müssen weitere Faktoren eine Rolle spielen, beispielsweise die Reise nach Afrika und die dortige Überwinterung, denn die Brutbedingungen im Ort am Gleiberg sind nach Ansicht des NABU gleich bleibend. Erfreulich immerhin: In diesem Jahr konnten zwei neue Neststandorte ausgemacht werden, die hoffentlich auch in den kommenden Jahren als Brutplätze erhalten bleiben. Infos zu den Krofdorfer Schwalben gibt es im Internet unter http://nabu-wettenberg.de/nabu/krofdorf/krofdorf/schwalbenschutz.htm
Rauchschwalben nach wie vor schwach Krofdorf-Gleiberg (25.8.09). Mitte Juli ist es Zeit für die Schwalbenzählung, die in Krofdorf-Gleiberg seit 1961 alljährlich vom NABU durchgeführt wird. „Gezählt werden dabei nicht die einzelnen Schwalben, sondern die jeweils besetzten Nester der Mehl- und Rauchschwalben, also die Brutpaare“, wie Schwalbenexperte Reinhold Stork erklärte. Und so trugen unlängst die aktiven Schwalbenzähler des NABU die Daten aus ihren Zählrevieren zusammen: Während die Mehlschwalben einen leichten Aufwärtstrend gegenüber dem Vorjahr zeigen, ist der Bestand der Rauchschwalben gering geblieben. Die Rauchschwalben brüten in Ställen und anderen Gebäuden, haben daher im Grunde auch einen Wettbewerbsvorteil vor der Mehlschwalbe: Die Brutplätze sind häufig wärmer, und in Ställen sind auch an schlechten Tagen immer fliegende Insekten zu finden. Allerdings sinkt die Anzahl der Brutmöglichkeiten für Rauchschwalben mit Modernisierung und Aufgabe von landwirtschaftlichen Betrieben stetig „Die Brutbedingungen für die Rauchschwalben in Krofdorf haben sich in den letzten Jahren kaum verändert, und dennoch werden es weniger“, rätselt Stork. „In diesem Jahr haben mir sogar einige Stallbesitzer gesagt, sie hätten nicht einmal eine Schwalbe in ihren Stall gesehen, geschweige denn, dass ein Nest besetzt worden wäre.“ Wie im Vorjahr wurden nur 13 Brutpaare gezählt. „Die Rauchschwalbe ist als Zugvogel, der bis nach Südafrika reist, eben auch von den Bedingungen im Winterquartier abhängig.“ Vermutlich wegen einer massiven Kaltfront, die die Rauchschwalben auf ihrem Heimzug in die europäischen Brutgebiete im Frühjahr 2008 überraschte, brach der Bestand von zuvor 18 Paaren weiter ein. Dazu kam eine schlechte Brutbilanz des Jahres 2008, so dass in diesem Jahr auch nicht mit einem großen Zuwachs des Bestandes zu rechnen war. Positiv werten die NABU-Aktiven, dass das Dorf zwischen Gleiberg und Fohnbachtal die Mehlschwalbenhochburg in Mittelhessen bleibt: 349 Nester sind in diesem Jahr belegt, gegenüber 333 im Vorjahr. Aufgrund der feuchten Witterung stand auch genügend Baumaterial in Schlammpfützen zur Verfügung, so dass einige neue Nester gebaut wurden. Da auch die leeren Nester bei der Zählung erfasst werden, weiß man, dass im Dorf insgesamt rund 520 natürliche und künstliche Mehlschwalbennester zur Verfügung stehen. Die größte Kolonie ist das „Schwalbenhaus I“ in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses. „Hier sind insgesamt 66 Nester belegt“, berichtete Stork. Oliver Wegener konnte indes vom „Schwalbenhaus II“ in der Fohnbachstraße einen Zuwachs auf nunmehr 27 Brutpaare vermelden. Von den 349 Krofdorfer Mehlschwalbenpaaren brüten 152 in Naturnestern, 197 in künstlichen Nestern. „Das verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, die Schwalben durch Nisthilfen und Aufklärung der Hausbesitzer zu unterstützen“, so die Naturschützer. Auch die Schwalbenhäuser – einmal von den kleinen Vögeln angenommen – seien ein wichtiger Bestandteil des Mehlschwalbenschutzes, seien diese Kolonien auf öffentlichem Grund und Boden doch dauerhaft sicher. Dennoch dürfe man die Hausbesitzer in der Nachbarschaft von Schwalbenhäusern nicht aus ihrer Verantwortung entlassen, vorhandene Nester zu erhalten: Schwalbennester als regelmäßig wieder genutzte so genannte „Fortpflanzungstätten“ stünden ganzjährig unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. „Man darf sie nicht ersatzlos entfernen, schon gar nicht während der Brutzeit.“ Gegen die Verschmutzung der Fassade helfe ein einfaches Brett, rund 60 Zentimeter unter den Nestern angebracht.
Verhungerten die Rauchschwalben im Winterquartier?
Schwalbenzählung in Krofdorf-Gleiberg – Mehlschwalbe stabil, Rauchschwalbe rückläufig
Krofdorf-Gleiberg (20.07.2008). Eine Steigerung wurde von den Krofdorfer NABU-Aktivisten nicht erwartet, und die Zählung am vergangenen Sonntag ergab auch keinen Abwärtstrend: Der Brutbestand der Mehlschwalben in Krofdorf-Gleiberg liegt etwa gleichauf mit dem Vorjahreswert. Und so ist der Himmel über dem Dorf bevölkert von 333 Mehlschwalbenpaaren und ihren Jungvögeln.
Im Vorjahr waren es 326 Paare, 2006 gar 407. Betrachtet man Temperaturen und vor allem die Niederschlagsverteilung seit 2006, ist klar dass der Rückgang auf die Witterung zurückzuführen ist. War 2007 ein außerordentlich schlechtes Schwalbenjahr, so kann man für 2006 und 2008 von einem „normalen“ Jahr für die Schwalben ausgehen. Diese Bilanz ist erfreulich, angesichts rückläufiger Bestände in vielen Orten, allerdings mit regional oder lokal großen Unterschieden. Schwalbenexperte Reinhold Stork überschlägt die Vogelzahlen: „Nimmt man pro Brutpaar nur 3 Jungvögel an, fliegen rund zur Zeit rund tausend junge und noch mal 666 erwachsene Mehlschwalben bei uns herum.“ Momentan befinden sich in vielen Nestern noch Gelege oder Jungvögel der zweiten Brut. Während der Brut vertilge eine Schwalbefamilie etwa ein Kilogramm Insekten. „Da kann man sich dann leicht vorstellen, wie viele Insekten die Vögel aus der Luft fischen.“ Wie viel die Schwalben tatsächlich fressen, dokumentiert im Endeffekt auch der Vogelkot, der sich unter den Nestern ansammelt. „Zum Leidwesen mancher Hausbesitzer wird es unter einem Schwalbennest dreckig, deshalb sind wir besonders froh und dankbar für jedes Nest, das toleriert wird.“ Mehlschwalben bauen ihre Lehmnester an Hauswänden unter dem Dachüberstand. Stork und der NABU Krofdorf-Gleiberg stehen hier gerne mit Rat und Tat zur Seite, um Kotbretter anzubringen und die Brutstandorte durch zusätzliches Anbringen von künstlichen Nestern zu unterstützen. Etwa die Hälfte der Krofdorfer Mehlschwalben brütet in solchen Kunstnestern, der Rest in Naturnestern die aus bis zu tausend einzelnen Lehmklümpchen bestehen. Nach einigen Jahren werden die natürlichen Nester mürbe und zerbrechen. Nicht selten stürzen solche Nester während der Brutzeit ab, wenn ihre wachsenden Insassen immer schwerer werden. Einer der wichtigsten Koloniestandorte ist außerdem das Schwalbenhaus in der Schieferstraße: Allein hier sind 75 Nester belegt, davon 59 künstliche und 16 von den Schwalben gebaute. Auch das neue Schwalbenhaus in der Fohnbachstraße findet stetig mehr Bewohner: 13 Vogelkinderstuben befinden sich darin. Regelrecht erschreckend ist die Situation der Rauchschwalbe, die in Ställen und anderen Gebäuden brütet. In den 1980ern zählte man noch 65 Brutpaare, in den vergangenen 10 Jahren schwankte die Zahl um 30 Brutpaare. Durch zwei schlechte Jahre in Folge sank der Bestand über 18 in 2007 auf nunmehr 13 Paare. Kaum erklärlich für die Vogelschützer, denn die bestehenden Brutstandorte sind weiterhin vorhanden und für die Rauchschwalben auch zugänglich. „Einen Hinweis auf den Rückgang könnte eine Nachricht aus Afrika liefern. Kurz vor dem Rückflug nach Europa zog eine Kaltfront nach Südafrika und zehntausende Schwalben sind einfach verhungert“, zitierte Stork einen Bericht der Vogelschutzorganisation Birdlife international. Dabei habe es sich überwiegend um Rauchschwalben gehandelt. In Krofdorf hofft man nun, dass die Verluste in nächsten Jahren wieder ausgeglichen werden können und auch die Rauchschwalbe noch lange als Brutvogel im Ort erhalten bleibt.
Fast 2000 Jungschwalben in 10 Jahren
Krofdorf-Gleiberger Schwalbenhaus besteht seit 11. April 1991 – Bilanz einer gelungenen Umsiedlung
KROFDORF-GLEIBERG (tma, 11.4.2001). Keiner hätte je gedacht, daß die Idee des Schwalbenhauses einmal so weite Kreise ziehen wird. Bis heute sind dem Bund für Vogelschutz Krofdorf-Gleiberg fast 40 Orte bekannt, an denen Schwalbenhäuser stehen oder in Planung sind, davon ist der größte Teil im Jahr 2000 entstanden. Doch leider wissen die Vogelschützer nur von fünf besetzten Schwalbenhäusern.
Die eigene Brutstatistik ist dagegen
eine wahre Erfolgsgeschichte: Seit den ersten drei Bruten 1992 stieg der
Besatz auf 58 Brutpaare im letzten Jahr, womit ein gutes Viertel der Krofdorfer
Mehlschwalben im Schwalbenhaus brüten. Durch ständige Ergänzung
hängen heute 52 künstliche und 10 Naturnester daran. In Krofdorf
befindet sich mit dem vollbesetzten Schwalbenhaus eine der größten
Mehlschwalbenkolonien in Hessen. Ein solches Bauwerk bietet die Möglichkeit,
einen attraktiven Brutstandort zu gestalten und langfristig zu sichern.
Einzigartige Umsiedlungsaktion
Wegen seiner guten örtlichen
Lage und der nahezu optimalen baulichen Voraussetzungen war das ehemalige
Feuerwehrgerätehaus beliebter Standort für Mehlschwalbennester.
Der geplante Umbau des Gerätehauses im Jahre 1990 hatte zur Folge,
daß alle Nester während der Brut hätten entfernt werden
müssen. Der Bund für Vogelschutz Krofdorf-Gleiberg entschied
sich, eine wohl einmalige Rettungsaktion durchzuführen, um -wenn überhaupt
möglich- wenigstens einen Teil der Brut zu retten.
Das "Schwalbenhaus" Nach dem Abzug der Mehlschwalben im Jahr 1990 wurde das Feuerwehrgerätehaus umgebaut und die "Notunterkünfte" vom Gelände entfernt. Damals deutete sich an, daß nach dem Umbau des Gerätehauses die Dachüberstände nicht von den Mehlschwalben akzeptiert würden. Durch einen Hinweis von Günter Schlierbach, der Jahre zuvor ein "Schwalbenhaus" in Aalen fotografiert hatte, kam die Idee, selbst ein Schwalbenhaus zu bauen. Am 11. April 1991 konnte das von Reinhold Stork gebaute Schwalbenhaus montiert werden. Im Bereich um den Masten wurde eine Buchenheisterhecke gepflanzt, um spielende Kinder vom Kot unter den Nestern fernzuhalten. Schon im darauffolgenden Jahr brüteten die ersten Schwalben im Schwalbenhaus. Im Laufe der Jahre wurden alle Kunstnester belegt und sogar Naturnester neben den künstlichen Nestern gebaut.
Bilanz nach zehn Jahren
Rechnet man alle pro Jahr besetzten
Nester des Schwalbenhauses zusammen, so ergibt das für diese zehn
Jahre 259 Brutpaare. Pro Schwalbenpaar kann man für die Sommerbrut
vier und für die Herbstbrut drei Jungvögel rechnen – nach dieser
Schätzung sind im Schwalbenhaus bisher 1840 Jungvögel geschlüpft!
Natürlich hat der geringste Teil davon die Reise nach Afrika und zurück
heil überstanden und konnte im Folgejahr selbst zur Brut schreiten.
Allein bei der Reinigung der Nester im Frühjahr 1999 kamen 45 tote
Jungvögel vom Vorjahr zum Vorschein. Das war aber das bisher höchste
Ergebnis bei der Jahresinspektion. Bei der diesjährigen Inspektion
fand Reinhold Stork nur acht Jungvögel in den Nestern, die im letzten
Jahr nicht mehr rechtzeitig flügge wurden.
Lassen Sie sich von den Fachleuten
beraten, bevor Sie ein Schwalbenhaus planen oder aufstellen! (Kontakte)
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| Version 3 - Sommer 2007 |